Futtertisch

Auf Futtertischen werden Grasschnitt, Silage, Kraftfutter aber auch Heu verfüttert.
Sie sollten leicht zu beschicken und zu säubern sein. Fressfanggitter ermöglichen, dass die Tiere dicht stehen, aber trotzdem ungestört fressen können. Geht es nicht auch ohne Fixieren?

Kaum öffnet Kathrin Bähler den Barren am Futtertisch, flüchten alle auf die Bretter gegenüber. Eine Ziege kriecht sogar darunter – sie ist die einzige ungehörnte. Die Chefin bleibt allein am Futtertisch und schaut nach, wo es noch was gibt. Kathrin Bähler: Im Sommer können sie alle frei grasen, aber im Winter müssen wir sie mindestens anderthalb Stunden am Futtertisch anschliessen, damit auch jede ihre Ration bekommt.

– Ich habe Futtertische gesehen, die nur mit Querbalken gesichert sind, wo alle Ziegen brav eng nebeneinander futtern, ohne sich zu hauen.

Hans-Peter Dill: Alle?
In der Regel stehen dahinter welche und warten: 1.Rang, 2.Rang, 3.Rang. Wenn du sie einsperrst, würden die alle fressen. So aber steht der 1.Rang am Tag vielleicht 4 Stunden am Futtertisch, der 2.Rand 2 Stunden, der 3.Rang niemals. Wenn Du sie schlachtest, siehst du deren Pansen: bei Ziegen vom 1.Rang ist er grün, beim 2.Rang grün-gelb und bei 3.Rang gelb – denn Getreide bekommen sie immer.
Auch wenn ich zig Heuraufen im Stall verteilt anböte, würde an jeder eine oder zwei stehen, nur um die andern am Fressen zu hindern. Dann müssen die Schwachen warten, bis die schlafen und können manchmal erst nachts fressen.
Ich bin für rationierte Fütterung, Futter ad libitum ist für die Schwachen total schlecht, sie bekommen dann viel zu wenig Grundfutter, das Heu wird verteidigt. Deshalb werden bei uns alle Ziegen anderthalb Stunden am Futtertisch festgehalten.

 

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Foto: Regow Selbstgebautes Fanggitter

-Warum keine vorgefertigten Metallfanggitter?
Hans-Peter Dill: Damals waren sie mir einfach zu teuer und weil Metall kalt ist im Winter: Bei minus 10 Grad ist das unangenehm, wenn links und rechts am Hals ein eiskalter Metallbügel anliegt. Es gibt auch Lösungen in Holz.

 

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Foto: So lassen sich drei unterschiedliche Höhen einstellen: in der unterste Position schliesst das Brett den Futtertisch (damit keine Lämmer hineinlaufen), in der mittleren liegt es über dem Nacken der fressenden Ziegen, in der oberste ist der Zugang offen.

Hans-Peter Dill: Unsere Fressfanggitter hier haben wir aus gebrauchten Schalbrettern gebaut, die wir umsonst bekamen. Die Aufteilung in Gruppen zu acht hat sich bewährt, weil dann das Ganze gut zu bewegen ist. Und so funktioniert es:

Wird das Fressgitter geöffnet, verlassen die meisten sofort ihren Platz. Nur noch ganz wenige wagen zu fressen. Der Abstand zwischen den Ziegen müsste 50-60 cm sein, bei 120 Ziegen wäre das ein Futtertisch von 60 m Länge!

 

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Foto: Obige These illustriert dieses Foto: Bei freiem Zugang fressen nur eine oder zwei Ziegen pro Abteil.
Wenn Sebastien Vernay Sorghum füttert, muss er es per Schubkarre in den engen Gang auf dem Futterttisch verteilen und vor allem danach die Reste wieder in Handarbeit einsammeln.

 

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Foto: Da hat es Pedro Fournier bequemer mit seinem befahrbaren Futtergang.

 

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Foto: Cornadis – Fressfanggitter, wie sie in Frankreich jetzt für Ziegenhöfe üblich sind – der Lärm der klappernden Metallteile ist ohrenbetäubend! Ob die offene Wunde an der Schulter auch daher rührt?

 

Links

Preise für Fangfressgitter in Metal: www.stallag.ch

Zeichnungen für Fressfanggitter in Holz zum Eigenbau; Bemassung kann angepasst werden:
www.zwergziegen.ch