Rauhfutter

Zum Verdauen benötigt die Ziege „Struktur“: Stroh, Blätter, Rinde. Bekommt sie es nicht, knabbert sie den Stall an, auch wenn zuerst die Farbe runter muss.

Cristina Perincioli: Das Stroh, was ich hier kaufen kann, scheint für diesen Zweck nicht attraktiv genug, es wird nicht gefressen. Sägespäne werden dagegen gerne genommen. Ausserdem gehen wir mit ihnen spazieren und lassen sie die Ausläufer der Pflaumenhecke am Weg abfressen. Im Wald knabbern sie eine Weile an der äussere Rinde der Kiefern (ohne Schaden für den Baum), naschen Brombeertriebe, Holunder und Eichenlaub.


Laub

Cristina Perincioli: Im Winter bekommen unsere Ziegen als Ergänzung Eichen- und Weidenlaub. Unsere Kopfweiden schneiden wir regelmässig zum Sommerende, ziehen die Blätter von den Ruten, trocknen sie auf einer Folie und füllen sie dann in Säcke. Aspirin basiert auf Salicylsäure, einem Extrakt aus Weidenrinde. Da Weidenrinde per se ein Schmerzmittel ist, halte ich die Blätter für solche Fälle vor und auch bei Verdauungsproblemen oder als Belohnung und Lockmittel.

Hans-Peter Dill: Jedes Jahr die Zweige verfüttern, und dabei die Bäume so schneiden, dass sie immer wieder kommen, das kann man auch mit Eichen machen. Die Ziegen selbst an die Bäume lassen – das ist riskant. Besser man trocknet die Zweige für den Winter oder verfüttert sie grün. Laub trocknen, ohne das die Blätter abfallen, ohne dass es schimmelt, ist schwierig. Hat man eine grosse Scheune, viel Platz, ist es kein Problem: da holt man jede Woche Hundert Zweige, breitet sie aus, die trocken vor sich hin, dann kommt die nächste Lage drauf, das geht wunderbar. Es gibt ein Buch zur Laubfütterung das beschreibt, wie man die Bäume schneiden muss, welche sich eignen.

Foto: Für uns ist das überflüssig, weil unsere Ziegen das alles selbst auf der Heide holen.
Ein anderer Ziegenhalter meinte, sie geben die meiste Milch, wenn sie sowohl Wiese als auch Laub haben.